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Freundesbrief
Juni 2011
27.
Mai 2011
[gesamter
Brief als
PDF ca. 1,14 MB]
Liebe Missionsfreunde,
zuerst
möchte ich Ihnen ´Dank´ sagen und mit diesen Zeilen –
vergleichsweise – still die Hand drücken, weil Ihre Verbundenheit
mit uns mich außerordentlich erfreut.
Freude empfinden, das macht zuversichtlich. Und von unseren
Missionsleuten – in den Ländern Albanien, Kosovo, Rumänien und
Ukraine – geht eine spürbare Zuversicht aus. Bei so viel
Negation, die unsere Mitarbeiter täglich umgeben, lassen sie den
Kopf dennoch nicht sinken: Das stärkt Gläubige und Ungläubige.
Und das brauchen die Leute, für die wir ´da´ sind. Es tut ihnen
richtig gut, wenn sie aufgesucht werden; oder: wenn sie uns
kontakten, oder wenn sie unser Helfen konkret in Anspruch nehmen
müssen – und sie empfangen dann zuversichtliche Freude und
Gottvertrauen. Unsere Mitarbeiter/innen sind zu bewundern: Ihre
Glaubensfreude über den auferstandenen Herrn Jesus strahlt auf
andere über. Einfach so. Wie gut! Und schenken sie Freude, dann
werden eigene Lebensabschnitte nie zur Nacht.
Arben, Tahir und Arilot verlassen neulich mit großer Freude ein
Haus in der Hauptstadt Prishtina: Die beiden Pastoren und der
Diakon hatten soeben mit staatlichen Beamten ein gutes und wichtiges
Gespräch, fast durchschlagend, aus dem der himmlische Vater
demnächst sicher ´Früchte´ wachsen lässt. Solche Begegnungen
– in einem Land von strammer, muslimischer Tradition geprägt –
grenzen an Wunder. Die drei Männer steigen überglücklich ins
Missionsauto und fahren in Richtung Istog, wo sie wohnen. Aber nicht
nur ihr Auto hat sich in Bewegung gesetzt: Ständig fährt
ein dickes Auto voraus – und ein ebenso großes Modell folgt
unserem kleinen Missionsauto. Auf der Landstraße beginnt ein
´Duell´: Das vordere Auto bremst mit aller Gewalt. Arben kann
gerade noch stoppen. Ist ein Auffahr-Unfall beabsichtigt? Nach
einigen Kilometern: Das gleiche Manöver. Will Arben ausweichen,
schnellt das hintere Auto heran und verhindert es geschickt, dass
Arben mit dem Missionsauto links überholen kann. Unsere Brüder
beten, denn da sind böse Absichten im Gange. Sollen die drei
Christen attackiert werden? Steckt hinter dem Manöver die Arglist,
ihnen Schaden zufügen zu wollen? Ohne Frage. Das wäre ja nicht das
erste Mal, dass unsere Mitarbeiter in Lebensgefahr geraten. Denn wer
den Sohn Gottes, Jesus, im Kosovo nachfolgt, muss mit dem
Schlimmsten für sein Leben rechnen. Die Person Jesu wird von
Muslimen gehasst, weil sie wissen – oder zumindest ahnen: Am Ende
siegt Jesus als Herr! Arben versucht mehrere Male das vordere Auto
links zu überholen, wenn es langsam fährt, um diesem mörderischen
´Spiel´ auszuweichen: Stets wird er dann von diesen beiden fremden
Autos bedrängt, ja fast eingeklemmt. Jetzt kommt die gefährliche
Strecke mit dem steilen Abgrund an der rechten Seite.
Metall-Leitplanken gibt es hier nicht. Schon so manches Auto ist
hier in den Abgrund gestürzt. Es gab dort bereits viele Tote.
Unsere Mitarbeiter merken: Beide Autos drängen bei voller Fahrt das
Missionsauto brutal nach rechts – an den Abgrundrand. Arben kann
unser Auto quietschend zum Stehen kriegen, wenige Zentimeter bevor
die rechten Reifen über den Straßenrand fahren – wo das Auto die
steile Kluft hinunter gestürzt wäre. ´Danke, geliebter Herr
Jesus, für die Bewahrung in letzter Sekunde´. Und dann das
nächste Wunder: Wenige Augenblicke später sind beschützende
Helfer zur Stelle: Drei Polizisten. Als die Fahrer der beiden
fremden Autos die Polizei kommen sehen, nehmen sie Reißaus. Unsere
Mitarbeiter Tahir, Arben und Arilot atmen voll Dank zu Gott tief
durch und sagen den Polizisten nicht nur von ihrer gefahrvollen
Bedrängnis: Sie sagen auch von ihrer Freude, dass sie dem
lebendigen Gott gehören, was die Polizisten unschwer am
Gottvertrauen dieser Christen erkennen. Sie begleiten unsere
Mitarbeiter bis nach Hause. Welch ein Zeugnis für Christus – vor
den Polizisten, die wiederum darüber reden: Bei Muslimen.
Und das passierte neulich auch im Kosovo:
Die Christen im Kosovo evangelisieren darum gern, weil sie wissen:
Hat Gott uns durch deutsche Missionsfreunde gerettet, dann gehen wir
jetzt auch zu unseren Landsleuten, um ihnen zu sagen, ´was unser
Herz in Jesus fand´. ´Wir haben die Liebe Gottes als Fundament.
Gottes Liebe hat unser Leben total erneuert´. Sie haben verstanden:
´Wenn wir uns nicht bewegen, ist das ein deutliches Zeichen
dafür: Wir sind noch im Tode. Diakon Arilot ist mit
einigen Studenten im größeren Nachbarort, um auf der Straße junge
Leute anzusprechen. Jeder merkt es dem Diakon – und auch den
Studenten – an: Sie erzählen von ihrem Glück und ihrer Freude,
die keine Theorie bei ihnen ist. Wer von den Angesprochenen
Interesse zeigt, bekommt die evangelistische Schrift geschenkt: „Ein
Mann verändert die Welt – JESUS“. Arilot ist just im Gespräch
mit einem 19-jährigen, dem er diese Schrift überreichen will, als
dieser plötzlich einen Dolch aus dem Ärmel zieht, um mit voller
Wucht die rechte Hand unseres Diakons abzuhacken. So schnell der
Täter, so schnell ist – fast – auch Arilot und kann seine Hand
blitzschnell zurückziehen. Die Dolchspitze trifft ihn doch am
kleinen Finger. Blut spritzt. Unsere Studenten trennen den
Streitlustigen von seinem Opfer. Arilot wird ins Krankenhaus
gebracht: Die tiefe, lange Wunde wird behandelt und genäht. Die
Ärzte sind dabei, einen Bericht über dieses Ereignis für die
Polizei zu schreiben. Arilot lehnt das entschieden ab und sagt den
Ärzten: ´Ich bin Christ. Wenn die Polizei eingeschaltet wird, ist
es viel schwieriger, meinen Angreifer für den Heiland Jesus zu
gewinnen´. Dem 19-jährigen, der mit einer Anzeige rechnet, werden
Arilot´s Worte überbracht, worauf der Dolchbesitzer öffentlich
erklärt: ´Entweder ist Arilot feige und fürchtet eine weitere
Attacke von uns Moslems, wenn er wieder von Jesus redet – oder
er hat ein gutes Herz´. Als Arilot wieder ins dortige
Krankenhaus zur Nachbehandlung muss, hört er, was sein Angreifer
geredet hat und sagt zu den Ärzten: ´Feige bin ich nicht. Aber in
meinem Herzen wohnt ein Starker, der mich regiert und der Vergebung
und Versöhnung zwischen uns will – Jesus Christus. Vor drei
Jahren war ich auch ein Draufgänger – wie der 19-jährige. Jetzt
diene ich Jesus. Mit Freuden. Weil Er mich völlig verändert hat
– zum Guten hin. Ihn liebe ich, weil Er was Ganzes aus mir gemacht
hat. Er lebt in mir. Und das ist gut so´. Die große Narbe an
Arilot´s Hand ist ein bleibendes Zeichen: Gott kann … retten!
Und - wir können miteinander Zeichen sein und Zeichen
setzen – auch mitten in der muslimischen Welt. Und ich
denke: Der Himmel freut sich darüber, wenn wir es tun.
Oft werde ich gefragt: ´Wie ist es möglich, dass – auch und
gerade junge – Menschen sich für Gottes Sache begeistern´? Meine
Antwort ist einfach: Zeige ihnen, wer sie retten kann und aus ihren
bedrohlichen Gebundenheiten retten will – dann lieben sie
ihren Retter – Jesus. Und wer liebt, verändert seine Umwelt. Ganz
eindeutig.
Durch mein albanisches Andachtsbuch kamen viele Muslime zum Glauben
an den Herrn Jesus. Jetzt müssen wir wieder 10.000 Stück in
Albanien drucken. Stückpreis 2.57 €. Wer uns wohl dabei hilft?
In meinem Büchlein ´Als mit der Dorfhochzeit der Friede
kam´ habe ich berichtet: Glaube ist Tat; Glauben ist Vergeben
und Versöhnen. Beides liegt dicht beieinander – und
der lebendige Gott inspiriert uns – alle –, dass wir Vergeben
und Versöhnen praktizieren. Lassen wir Ihn liebend handeln –
´durch´ uns. Wir tun viel Gutes – an vielen Orten. Mal
ist es eine halbe Ortschaft, die wir mit Anfangskapital für ihre
Landwirtschaft helfen (´Hilfe zur Selbsthilfe´); mal sind es
Säuglinge, die Kindernahrung brauchen, weil sie sonst sterben. Ein
anderes Mal sind es Einzel-Schicksale, die wir aus notvoller
Brandung reißen oder Eltern, die ihre Kinder nicht satt kriegen.
Aber wir erachten es als ein gewaltiges Vorrecht: Der
himmlische Vater braucht uns in vielen Situationen, das Evangelium
zu verkündigen – und gleichzeitig diese Leute zu retten,
indem wir sie kraftvoll unter die Arme greifen. Das geht nicht mit
ein wenig ´Wenigkeit´: Das geht aber, wenn wir uns freudig – Tag
um Tag – ins Risiko der ´Welt´ hineinwagen. Das spricht sich
schnell herum, was Christen tun – aus Glauben. Und: Ob wir
siegreich sein werden? Ja, weil wir einen Heiland haben, der mit uns
ist. Der mit uns geht. Der uns zum Segen für andere macht. Und
Ihnen danke ich für Ihre Gebete und Gaben, für Ihr Mit-Tun und
Ihre Unterstützung bei unseren nicht ungefährlichen
Evangelisationsdiensten im Kosovo und anderswo.
Beispiel in Rumänien.
Marta Oprita und Diakon Aurel schreiben mir: ´Wir kennen
eine größere Zahl Familien, die am Rande der Armutsgrenze leben.
Sie haben keine Existenzgrundlage, weil die Löhne immer kleiner
werden. Die Preise aber steigen überall von Tag zu Tag. Die Renten
werden gekürzt, weil die Regierung sparen muss, denn sie hat große
Schulden. Und Arbeit…? Arbeit haben, das ist oft nur ein Traum.
Viele Schulkinder müssen die Schule aufgeben: Das Schulgeld fehlt
oder sie
tragen statt ordentlicher Kleidung nur Fetzen am Körper, womit
sie sich in der Schule nicht blicken lassen dürfen. Immer mehr
Familien verlieren ihre Wohnungen, weil sie die monatlichen Mieten
nicht zahlen können, obwohl sie sich einschränken.
Wir berichten von nur einer verzweifelten Familie.
Die Familie Badalache lebt in einem Zimmer (5 x 4 m) und einem
schmalen Vorraum:
Die Eltern und 14 (!) Kinder. Wegen Platzmangel
schlafen alle Kinder in der Nacht auf dem Boden; tagsüber
– wenn das Wetter es erlaubt – schlafen die jüngeren Kinder
in einem kleinen, ungepfl asterten, lehmigen Hof auf zerfallenen
Betten und Stühlen. Die Armut ist über sie hereingebrochen
wie ein Blitzschlag, dem sie nicht entkommen konnten:
Der Vater arbeitet als Tagelöhner – wenn er Arbeit findet. Was
er verdient, deckt nicht einmal, um die tägliche Nahrung zu kaufen.
Ende April hat die Mutter das 14. Kind entbunden. Die drei jüngsten
Kinder kamen bereits ganz schwer auf die Welt; jetzt ist die
Mutter nur noch krank, kann sich aber eine ärztliche Behandlung
überhaupt nicht erlauben, weil kein Geld da ist. Die Kinder
leiden oft an Hunger. Sie haben kaum Kleider oder Schuhe. Oft
sehen wir sie in zerrissenen oder in zwei verschiedenen Schuhen
oder gar barfuß in den Straßen herumlaufen, wenn sie in Mülltonnen
nach Essbarem suchen. Sechs Kinder gingen in die Schule.
Jetzt sind es nur noch drei – wegen der Nöte in der Familie.
Die kleineren Kinder ziehen die Babymilchfl asche aus dem Mund
des Säuglings – so sehr leiden sie an Hunger. Der älteste, siebzehnjährige
Sohn, hat in lauter Verzweifl ung über die Lage seiner
Familie aus einem Laden ein Brot und Konserven geklaut. Er wurde
erwischt und sitzt Zurzeit im Jugendgefängnis. Insgesamt: Die
gläubige Familie wurde von der schweren wirtschaftlichen Lage im
Lande überrumpelt und zappelt in ihrer Armut wie ein Fisch an der
Angel, wie ein gefangener Vogel im Käfig – es gibt kein Entkommen
mehr´.
Was wäre das ein Zeichen der Größe und Güte Gottes, wenn wir
diese
und andere Familien, die Ähnliches durchleben und durchleiden,
konkret helfen! Sie brauchen es. Sie brauchen uns. Ich
habe eine ´Sicht´: Ich
suche bei uns in Deutschland 500
neue MOW-Paten, die täglich einen Euro spenden können. 1
Euro am Tag - 30 Euro im Monat. Ein
Jahr lang. Das ist die Chance für Gelegenheits-
und Nicht-Spender, um
mitzumachen.
Ich schreibe diesen Brief mit großem Dank
für Ihre Liebe, Ihre Gebete und Ihre
Unterstützung – und grüße Sie. Gottes
Segen ist allezeit mit Ihnen! Um
Gottes Liebe willen,
Ihr
Pastor Gerhard Jan Rötting.
Diesen Brief können Sie in gewünschter Zahl
nachbestellen. Auch
das geht telefonisch:
06444-92360.

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Letzte Änderung:
5. Juni 2011
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