Mission >Ost-West<
 
Albanien  Kosovo  Rumänien  Ukraine  
Albanien                           Kosovo                            Rumänien                           Ukraine    
Gottes Hand segnet uns -

Mission >Ost-West<

Seine Hand trägt uns
 
 

Unser Service / Informationen


  

Freundesbrief Juni 2010
 
                                                 25. Mai 2010    [gesamter Brief als PDF ca. 491 KB]  
                                                                        [und Anhang als PDF ca 86 KB]

Lieber Missionsfreund,
 
bevor der Mai-Monat mit seinen großen Festtagen – Himmelfahrt und Pfingsten – zu Ende geht,
will ich Ihnen meine Freude ‚kund-tun‘: Wir haben im Mai manche Bewahrung und einige Höhen erlebt. Aber auch Tiefen und Durchhilfen.
 
Zu den erlebten Bewahrungen:
 
Wieder haben Pastor Tahir Kajtazi / Istog und Valon Blakaj in der vorigen Woche je zwei
Morddrohungen vom uns bekannten „Brand-Teufel“ erhalten. Wir haben sofort eine Gebets-Mauer um beide Mitarbeiter gebildet: Gott, der allmächtige Herr, ist ihr und unser aller Schutz. So beten wir – und wir glauben, was wir beten. Und sie blieben bislang bewahrt!
 
Bewahrt blieben wir 37 Mitarbeiter – in Ost und West – bei unserem ‚Unterwegs-sein‘ zu den Patenkindern in der Ukraine und in Rumänien, im Kosovo und in Albanien. Auch bei den Fahrten zu den Hauskreisen im Kosovo, zu den Treffen der Studentengruppen in Albanien blieben unsere Mitarbeiter ebenso bewahrt wie bei ihren oft weiten Fahrten zu den verschiedenen Orten, wo sie evangelisierten. Gott hielt Seine schützende und segnende Hand über uns. Mehr noch: Menschen – vor allem junge Leute – kamen im Mai zum Glauben. Das hat uns besonders gefreut!
 
Zu den erlebten Höhen:
 
Auf unserem Grundstück in Lunder /Albanien haben wir nach Wasser bohren müssen – und sind fündig geworden. Im Bohrloch quellen 110 Liter in der Minute hervor. Diese Wassermenge reicht sogar für eine große Kinderzahl mitsamt unseren Diakonen und Studenten aus, wenn sie auf dem Gelände weilen. Das Bohren war erforderlich, weil unser Grundstück in Lunder nicht ans Wasserleitungssystem angeschlossen wird. Diese Hoffnung ist geplatzt. Jeder Grundstückbesitzer – vor den Toren der Hauptstadt Tirana – muss selber dafür sorgen, wie er zu Wasser kommt. Also bohrten wir. Als gemeldet wurde: „Wasser in Fülle!“ – da gab es sowohl bei uns in Deutschland als auch in Albanien grosse Festfreude. Denn Wasser brauchen wir, um das Kinder- und Jugendhaus in Lunder bauen zu können. Und Wasser wird auch künftig gebraucht – zum Trinken und Kochen, zum Waschen und Reinigen. Das war im Mai '10 für uns ein Höhepunkt besonderer Art.
 
Doch auch das waren Höhepunkte: Wir konnten alle Rechnungen und die Familienbeihilfen für unsere ausländischen Mitarbeiter in diesem spenden-schwachen Monat überweisen.
 

Und: Der Zeckenbiss oberhalb meines linken Fusses, den ich mir vor Wochen in der Ukraine
zugezogen habe – mit der Folge: Lähmungs-Erscheinungen im Bein – heilt nun gut.
 
Zu den erlebten Tiefen:
 
Die Lage in Rumänien ist für viele Familien, die wir betreuen, verheerend. Unsere
Mitarbeiterin,
Frau Marta Oprita, schreibt: „Auf uns stürmen immer schlimmere Ereignisse zu. Wir leben in einer gewaltigen Krisensituation und die Lage in unserem Lande verschlimmert sich Tag um Tag. Im letzten Jahr ordnete die Regierung an: Alle Gehälter der Lehrer, Bahn- und Postbediensteten, Ärzte und Pflegepersonal werden eingefroren. Jetzt sollen alle Renten und Sozialhilfen – die ohnehin sehr ‚mager‘ sind – um weitere 25 % gekürzt werden. Ich habe Familien getroffen, die tagelang nur mit Brennesselsuppe und Futtermais sich am Leben erhalten: Sie haben sonst nichts anderes zu essen“.
 
Der Hunger regiert in Rumänien – und Martas Herz ist arg bedrückt. Ihren ausführlichen Bericht füge ich diesem Brief noch hinzu.
 
Andere „Tiefen“ gab es in der Ukraine bei den ‚Tschernobyl‘-Kindern, die bei Tag und Nacht an ihren äußeren und inneren Verwachsungen schmerzlich leiden oder – besonders im Frühjahr – sich mit ihren schweren Asthma-Anfällen quälen, die ihren Eltern und allen Umstehenden immer großen Schrecken einjagen: Sie kommen sich so hilflos und ohnmächtig vor, wenn sie die entsprechenden Medikamente nicht haben, um ihre Kinder aus diesen Erstickungs-Anfällen zu retten. Wir Missionsleute helfen mit dem deutschen „Junik“-Präparat, doch der Umfang unseres Helfens ist aus kostengründen nicht immer und überall möglich, obschon wir wissen: Es geht bei den Kindern (und Erwachsenen) oft um Leben und Tod.
 
Im August bereiten wir wieder ein Kinderlager in der Ukraine vor. Wie in jedem Jahr werden wir hundert Tschernobyl-erkrankte Kinder und ebenso viele ‚gesunde‘ Kinder bei uns haben, um ihnen wohl zu tun.
 <

Zu den erlebten Durchhilfen:
 
Eine ähnlich not-‚volle‘ Lage wie in Rumänien fanden wir auch in Albanien vor. Und das täglich. Hungrige Kinder und Jugendliche klopfen schon in aller Frühe des Tages an die Türen unserer Mitarbeiter und fragen nach Brot. Solch Kinder-Elend hautnah vor der eigenen Haustür zu erleben, macht barmherzig. Wenn die hungrigen Kinder und Jugendlichen unsere Mitarbeiter auf der Straße entdecken, dann stürmen sie heran und hängen wie Kletten an ihnen. Oft reichen die Brüder den Kindern das letzte Stück Brot, das sie zuhause haben, und haben dann selber für den Tag nichts auf ihren Tellern.
 
Wir schicken unseren Mitarbeitern monatlich eine Familienbeihilfe, die 300 Euro ausmacht. Das ist nicht reichlich für ihre Familien. Doch mehr vermögen wir von Deutschland aus nicht zu geben. Das ist herz-erschütternd anzusehen, wie sie trotzdem von dem Wenigen aus-teilen. Sie sagen uns: Kein Kind soll wegen Hunger sterben. Mich hat es erschüttert zu hören, wie nachts an verschiedenen Stellen der Hauptstadt Tirana ein leisen Wimmern, manchmal auch ein lautes Aufschreien zu vernehmen ist. Katzen sind das nicht. Die jaulen anders. Es klingt nach Hyänen. Aber gibt es Hyänen in Tirana? Wen würde es wundern? Doch unsere Diakone und Pastoren wissen es besser: Wenn sie neben parkenden Autos niederknien und mit ihren Händen darunter greifen, packen sie zerlumpte Kinderkleider und ziehen ein oder zwei Kinder hervor, die unter Autos Schutz in der Dunkelheit gesucht haben vor Banditen, die sie mitnehmen und ausnutzen könnten. Und diese ‚Würmchen‘ haben Hunger. Daher das Wimmern und Jammern in den Nächten! In solchen Augenblicken nützen nicht ein paar vertröstende Worte: ‚Kinder, bald kommt der Morgen. Dann wird es wieder wärmer. Dann geht es euch wieder besser‘. Diese Kinder und Jugendliche brauchen je eine warme Decke, in die sie sich nachts einhüllen können – sie brauchen am Tage einmal eine warme Mahlzeit. Sie brauchen uns, weil sie sonst niemanden haben, der sie umsorgt und liebt! Eine warme Decke kostet nur 19.20 Euro, eine warme Mahlzeit kostet weniger als vier Euro. Danke, dass Sie unsere albanischen Mitarbeiter nicht vergessen – und so es Ihnen möglich ist – ihnen mit Wenig oder Viel die Hände füllen, damit sie den Kleinen und Hilflosen beistehen und umsorgen können. Und was beobachten wir? Wenn wir konkret helfen, wächst Vertrauen und Liebe. Auch die Liebe zu Gott wächst, wenn unsere Mitarbeiter den Kindern von Jesus erzählen, während sie ihnen Speisen bereiten und an sie austeilen. Wir können den armen Kindern unseren großen Gott nur lieb machen, wenn wir ihnen gleichzeitig den Bauch füllen. So einfach ist „Straßen-Evangelisation“. Solcher Einsatz an Zeit und Kraft passiert nicht etwa nur an zehn Tagen im Jahr. Diese Evangelisation ist Dauerzustand. Täglich stehen wir den kleinen ‚Würmchen‘ bei.
 
Und was passiert außerdem?

 
Das muss ich Ihnen auch noch erzählen, weil es nichts Überzeugenderes gibt als konkretes Einspringen und Helfen. Dadurch verkündigen wir zugleich die Liebe Gottes auch den Studenten an den Hochschulen. Sie sehen uns beim Zupacken, wie wir die armen Kinder versorgen, die auf der Straße ihr Zuhause haben. Zunächst beobachten uns die Studenten und sind abwartend und manche sind auch kritisch; doch es dauert nicht lange, dann kommen sie zu uns mit der Frage: „Was ist die Triebkraft eures Handelns“? Unsere Mitarbeiter reden dann von Gott. Von Jesus. Vom Evangelium. Von der Gemeinde. Und mancher Student kapiert: Es ist unsere Liebe zu Gott, die uns helfen lässt. Gott lebt in uns. Er gibt Kraft zum Tun. Und so ist schon mancher übers Mit-Tun zum Christen geworden.
 
Noch einmal will ich Ihnen von Marta Oprita berichten:
Sie leitet in Rumänien unsere Patenkinderarbeit – zusammen mit Diakon Aurel und Tiby. Sie berichten Monat um Monat über ihre Besuche in den armen Häusern, die wir in Deutschland eher als ‚Hütten‘ bezeichnen würden. Hütten – ohne Wasserleitung, ohne WC und Waschbecken, oft auch ohne Stromanschlüsse. So primitiv leben noch viele Landbewohner. Die meisten von ihnen haben keine feste Arbeit. Darum sind sie Gelegenheitsarbeiter. Für ihre meist grosse Kinderschar fehlt es an regelmäßigem Essen – wenn überhaupt etwas auf dem Tisch kommt. Sind die Kinder krank, fehlt es an Geld, um einen Arzt zu besuchen. Medikamente sind teuer. Und für die Schule fehlt das jährlich fällige Schulgeld, das für jedes Kind zu zahlen ist und was die Eltern nicht haben. Darum müssen viele arme Kinder zuhause bleiben – ohne Schulbesuch.
 
Marta Oprita berichtet in diesem Monat:
 

„Ich hatte eigentlich nicht vor, an diesem Tag diese Familie zu besuchen. Aber das ‚Drängen
von oben‘ habe ich wahrgenommen: ‚Besuche die Familie Strugaru‘! Sie lebt in einer armen Hütte auf dem Lande – weit außerhalb der Stadt. Eines der kleinen Töchterchen ist unser Patenkind – und so ging ich doch schon an diesem Tage zu dieser Familie, um das Patenkindergeld für diesen Monat zu bringen. Als ich zur Tür hereinkam, lag die Mutter auf den Knien und betete. Sie flehte zu Gott für eine Lösung. Aber für welche? Als ich mich bemerkbar machte, stand sie auf und weinte noch immer: „Marta, ich weine Kummertränen. Und jetzt auch gleichzeitig Freudentränen, weil Sie gekommen sind. Sie wissen, wir haben eine Kuh. Diese Kuh ist die einzige Nahrungsquelle der grossen Familie. Aber sie gibt keine Milch mehr für meine Kinder. Hörst du, wie die Kinder im Haus vor Hunger weinen? Und hörst du die Kuh? Sie schreit im Stall – auch vor Hunger. Der Grund: Die Kinder und ich dürfen die Kuh nicht mehr auf die Gemeindeweide führen, weil wir die Weidesteuer nicht bezahlt haben. Wir hatten nicht das Geld dafür. Der Bürgermeister hat uns den Zugang zu den Wiesen verboten. Und Heu als Futtervorrat haben wir auch nicht mehr für die Kuh. Sie droht vor Hunger zu sterben. Ich fand keine andere Lösung, als dass ich jetzt zu Gott schrie – und dann kamen Sie, Marta! Ihr Kommen macht mich glücklich“.
 
Ich kam, um zu helfen. Mit dem Patenkindergeld aus Deutschland. Welche Rettung ist das für die
hungrigen Kinder. Die Mutter konnte gleich loslaufen, um Mehl und Öl zu kaufen. Ich kann Euch nicht genug beschreiben, welche Freude unsere Hilfe in dieser Familie auslöste. Die armen Kinder scharten sich um mich herum und ahnten: Gleich bekommen wir satt zu essen. Aber ich freute mich auch unbändig darüber, dass Gott mich hörend gemacht hatte und trotz des kleinen Umweges mich an diesem Tag zu dieser Familie in Bewegung gesetzt hat. Ist das nicht wundervoll?
 
ER, der Himmel und Erde bewegen kann, hörte das vezweifelte Schreien der Kinder und dieser
unglücklichen Mutter – und konnte durch mich, ja durch uns Missionsleute, handeln. Lasst Euch alle mit großem Dank herzlich aus Rumänien grüßen. Gott segne Euch alle. Eure Marta Oprita.
 
Noch ein paar Kurznachrichten:
 
Der nächste humanitäre Transport mit einem Großraum-LKW geht in Kürze nach Rumänien. Wenn Sie noch Gebrauchtkleidung, Bettwäsche, Schuhwerk und Kinderkleidung zur Verfügung stellen können, senden Sie uns diese bald nach Bischoffen, Marta Oprita, Diakon Aurel und Tiby danken im Voraus für jedes ‚Stück‘. Wirklich: Jedes Kleidungsstück wird in Rumänien gebraucht! Mit jeder Spende helfen wir unvorstellbares Elend zu lindern. Und außerdem: Wir bereiten enormgroße Freude in den ´Hütten´. Übrigens: Der Second-Hand-Laden, den Marta in Brasov vor drei Monaten eröffnete, wartet schon auf ‚Nachschub‘ aus Deutschland.
 
Deutschland:
 
Die angekündigten neuen Erzählbüchlein mit Geschichten aus der Missionsarbeit, die ich schrieb, sollten bereits zu Ostern im Johannis-Verlag herauskommen. Leider meldete der Verlag, dass es mit dem Druck Schwierigkeiten gab, sodass sich die Auslieferung vorerst verschiebt. Wer bereits die Erzählbüchlein bei uns bestellte, bekommt sie, sobald sie ausgeliefert werden.
 
Termin:
 
Der nächste Freundestag findet am Samstag, den 17. Juli 2010, wieder in Linden (bei Rothenburg ob der Tauber) statt, wo wir im vorigen Jahr ein sehr gutes Miteinander hatten. Wir versenden Ende Juni 2010 Einladungen an alle, die im Frankenland daheim sind. Wir laden aber schon heute zu diesem Freundestag ein. Es gibt auch in diesem Jahr wieder ein harmonisches Programm, durch das P. Paul Walther und ich führen werden. Wer für Freunde, Gemeindeglieder oder Verwandte Einladungszettel braucht, kann sie im Missionshaus in Bischoffen anfordern. Das geht auch telefonisch: 06444-92360 (Frau Daniela Müller). Jeder ist herzlich eingeladen und uns willkommen.
 
Ich schließe diesen Erzählbrief und grüße Sie – auch namens des Vorstandes und aller Mitarbeiter in Ost und West – mit ganz herzlichem Dank für Ihr Mit-Tun, sei es für Ihre unverzichtbare Gebetsunterstützung für uns 37 Mitarbeiter/innen oder auch für Ihre guten Gaben. Ohne Ihre Gaben ist Mission nicht denkbar und schon gar nicht durchführbar.
 
Gern gedenke ich Ihrer täglich im frühmorgendlichen Gebet. Seien Sie gesegnet!
 
In dankbarer Verbundenheit bin ich
 
Ihr

Pastor Gerhard Jan Rötting.

Diesen Brief können Sie in gewünschter Zahl nachbestellen. Auch das geht telefonisch: 06444-92360.
 

        

  
Letzte Änderung:  
28.
Mai 2010  
 
© 2009-2010 Mission >Ost-West< 
            35649 Bischoffen     
 
       Internetauftritt:  ROnet